Werbung, so sagt man, ist so alt wie die Menschheit selbst.  Auch die Suche nach immer neuen Kommunikationskanälen auf denen Anbieter das Interesse und die Neugier potentieller Kunden für Waren oder Dienstleistungen einzufangen suchen, ist älter als das neue Medium Internet. Fernseh- und Radiostationen, eine kaum noch zu zählende Menge an Zeitschriften, Plakate und Banden, Trikots von Sportlern, Sonderangebote und Werbegeschenke aller erdenklichen Art gehören zu den klassischen Vektoren, um direkt oder indirekt Einfluss auf die Kaufentscheidung der Konsumenten zu nehmen. Bei den zunehmend immer enger werdenden Markträumen und einer angespannten Mitbewerbersituation gilt es, auf immer ausgefallenere Art und mit dem immer effizienteren Einsatz Werbegeldern immer mehr den erreichen. Hoffnungsträger der letzten Jahre ist das sogenannte Virale Marketing. Insider sind der Ansicht, es stöße eine Tür auf, die lange als geschlossen galt: Die "Mund-zu-Mund-Werbung". Und da das Internet Internet in dieser Disziplin unvergleichlich schneller ist als klassische Werbekanäle, kommt diesem hier einen Besondere Bedeutung zu.

Hinter der Idee des viralen Marketings steckt die Vorstellung, dass die Glaubwürdigkeit eines Produktes oder eines Angebotes dann höher ist, wenn sich seine Akzeptanz durch indirekte Einflüsse erhöht, beispielweise durch die positive Meinung von Freunden und Nachbarn. Von vielen Anbietern wird virales Marketing daher nicht als Ersatz sondern vielmehr als Ergänzung zu herkömmlichen Kommunikations- und Werbestrategien verstanden. Mit dem Unterschied, dass eine genaue Steuerung einer viralen Kampagne nur bedingt möglich ist. Unternehmen die auf virales Marketing setzen, setzen vielmehr darauf, dass sich Werbebotschaften ähnlich eines "Virus", und gewissermaßen nach dem Zufallsprinzip ihren Weg zum Verbraucher suchen. "Erwarte das Unerwartete", könnte das Credo sein, nachdem diverse virale Kampagnen angestoßen werden. Dabei gilt es, bewusste Regelbrüche zu inszenieren oder zuzulassen, die auch durchaus in einem gewissen Widerspruch zur sonstigen Markenkommunikation stehen können – dies erhöht die Glaubwürdigkeit. Wichtig ist außerdem, dass die Geschichte, die im viralen Marketing um ein Produkt oder um die Marke erzählt wird, bei der für die Marke relevanten Zielgruppe ihren Ausgang finden – diese potenziert die Botschaften.