Das Internet hat das Leben von Menschen gerade im Kulturbetrieb zum Teil nicht unerheblich verändert – und tut es weiterhin. Zwar stößt man auch hier auf zum Teil dubiose Angebote sowie auf Seiten, die vor lauter Werbeeinblendungen kaum noch den Inhalt erkennen lassen – ein großteil der Internetpräsenzen aber überzeugt gerade im Bereich der alternativen und freien Informationsbeschaffung und -verbreitung in besonderer Weise.

Ausgesprochen positiv zeigt sich der Einfluss des Internets gerade dann, wenn die bereitgestellten Dienste Kultur und kulturelle Vielfalt fördern oder zum Austausch und zur Verbreitung alternativer kultureller Angebote beitragen. Die Bandbreite der mittlerweile verfügbaren Plattformen, die den DIY (Do-It-Yourself) oder Independent-Gedanken aktiv fördern, ist mittlerweile kaum noch zu überblicken. doch stellt sie in vielen Bereichen brauchbare Alternativen zu dem sonst von Industrie und Verlagen dominierten Märkten dar. Dabei sind Kulturforen, podcasts die sich schwerpunktmäßig mit künstlerischen Themen oder Tendenzen befassen und Online-Radio-Stationen nur die Spitze eines auf Selbstverwirklichung und künstlerischen Schaffendranges ideal anpassbaren Mediums. Die Liste der alternativen Onlineaktivisten ist lang. Sie tragen mit ihrer kleinen aber aussagekräftigen künstlerischen Botschaft ihren Beitrag dazu bei, das Internet immer weiter zur Plattform für neue alternative Ausdrucksformen auszubauen.

Verlage und große Musiclabels haben eine lange Zeit der Entwicklung nicht nur skeptisch entgegenblickt, sondern tatsächlich den Trend etwas verschlafen. Zum Vorteil vieler sich selbstvermarkender Autoren oder Musiker, die durch die zum Teil unschlagbar günstigen Internetvertriebswege oder kostenlosen Performanceplattformen, mit etwas Glück und mit einer großen Dosis Unabhängigkeit eine Zuhörer- oder Leserschaft finden. Das wichtigste für die Onlinekünstler jeglicher Coleur, die vom Schriftsteller bis zum ein seltenes Musikinstrument spielenden Musiker reichen, ist allerdings die Möglichkeit sich fernab starrer Normen, Ideen und Vorstellungen sich und anderen mitzuteilen. So leicht wie heute war es noch nie, nicht nur alternative Unterhaltung zu erhalten, sondern selbst zum Unterhalter zu werden.