Nach der Fertigstellung des superschnellen LTE Mobilfunknetzes in Köln begann die Deutsche Telekom Mitte Februar 2012 mit der flächendeckenden Implementation eines zweiten LTE Netzwerks im 1,8 GHz Bereich im Grossraum Frankfurt. Langfristig will die Telekom 100 deutsche Städte mit der LTE (Long Term Evolution) Technik versorgen. Mit den LTE fähigen Frequenzen im 800 MHz Band wird die Telekom in Gebieten arbeiten, die bei der Versorgung mit DSL Anschlüssen zu kurz gekommen waren. Die Frankfurter Innenstadt ist bereits mit LTE ausgestattet, in den nächsten Wochen sollen zügig weitere Stadtteile folgen. Die LTE Technologie, der Nachfolger von 3G, setzt im mobilen Surfen neue Maßstäbe. Ein Funkreichweite von 15 km und Downloadgeschwindigkeiten bis zu 100 MBit/s sollen damit möglich sein, Videotelefonie und Livestreaming sind damit keine Zukunftsmusik mehr. Spitzengeschwindigkeiten werden allerdings vorläufig nur in Ballungsgbieten zur Verfügung stehen. Mit der Umstellung des Fernsehempfangs auf digitale Signale im April 2010 waren in Deutschland Funkfrequenzen freigeworden. Im Mai 2010 hatten die Deutsche Telekom, Vodafone und O2 die Frequenzblöcke ersteigert, die jetzt für das LTE-Netz genutzt werden.

Die erste LTE-Funkstation der Telekom ging im August 2010 in Brandenburg in Betrieb. 2011 folgte die Versorgung des Großsraums Köln, in deren Rahmen die Telekom 100 neue Funktürme errichtete. Nach Frankfurt ist bei der Telekom München an der Reihe, Vodafone testet in Berlin und möchte dort baldmöglichst LTE anbieten. Anfang März liessen Telekom, Vodafone und O2 auf der CEBIT verlauten, eine Vollversorgung mit LTE in Deutschland werde für die zweite Jahrehälfte 2012 angestrebt. Für den Zugang zum Mobilnetz der Zukunft benötigt wird ein LTE Modem, das die Telekom in Form eines USB-fähigen LTE-Speedstick anbietet, der unter Windows und Mac OS X läuft und der auch andere Standards wie EDGE und UMTS unterstützt, Gebucht werden kann wie sonst auch über das Internet oder in den Verkaufstellen der Betreiber. Kosten soll de Nutzung des LTE Netzes um die 75 Euro im Monat (Web'n'Walk Connect XXL Tarif, 24 Monate Laufzeit)

Zusätzlich treibt die Telekom den Ausbau ihres Glasfaserkabelnetzwerks weiter voran. 2011 wurde die Technik, durch die Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu einem Gigabit pro Sekunde möglich sind, für knapp 170.000 Haushalten in zehn deutschen Städten zugänglich gemacht. 2012 sollen weitere 150.000 bis 200.000 in neun weiteren Städten dazukommen. Diesen Schnitt will das Unternehmen auch in den Folgejahren fortsetzen und hierzu rund drei Milliarden Euro pro Jahr investieren. Zur vorgesehenen Angebotspalette für Glasfaseranschlüsse zählen unter anderem Cloud Computing, HDTV oder 3D-TV aus dem Internet. Im März 2012 startete die Telekom zudem eine Partnerschaft mit dem Wohungsunternehmen Deutsche Annington, in dessen Rahmen an 600 Standorten der Annington rund 170.000 Haushalte Glasfaser Netz anschlussfähig gemacht werden. In Nordrhein-Westfalen sollen bis 2013 42.000 Haushalte ans Galsfasernetz. Sowohl Telekom als Annington rechnen damit, dass sich für die Mieter die Preise für die Grundversorgung mit Kabel-TV-Programmen senken werden. Mit 218000 km verlegten Glasfaserstraßen-Kilometern ist die Telekom einsamer Marktführer in Deutschland, gefolgt von Versatel (40000 km) und gefolgt von Arcor (32400 km).

Links:
www.heise.de/netze/meldung/Telekom-startet-zweites-LTE-Netz-in-Ballungsgebiet-1436120.html
www.deutsche-annington-auszeichnungen.de/
www.rp-online.de/panorama/deutschland/analoges-tv-signal-wird-abgestellt-1.2652825