Der Begriff "Web 2.0" hat mehr als eine Bedeutung. Zum einen umschreibt er die veränderte Art und Weise, in der das Internet die damit verbundenen Technologien durch seine Nutzer wahrgenommen und gehandhabt werden. Die Zahl 2.0 soll dabei, in Anlehnung an die Versionsnummern einer Software, Erneuerung und Fortentwiclung suggerieren. In dieser Lesart popularisiert wurde der Begriff von Tim O'Reilly  im Jahre 2004, ursprünglich geprägt und bereits sehr ähnlich definiert wurde er 1999 von der Informatikerin Darcy DiNucci. In seinen Anfangsjahren bestand das World Wide Web vornehmlich aus von Programmierern und Webdesignern erstellten HTML-Seiten, die sich, einmal ins Netz gestellt, kaum noch veränderten und nur gelegentlich überarbeitet wurden.

Heute erstellen und verteilen die Nutzer selbst viele wichtige Inhalte der Online Welt. Diese Verschiebung hin zur aktiven Teilnahme des Anwenders am Geschehen gilt als eines der wichtigsten Attribute des Web 2.0. Aus dieser Sicht beschreibt "Web 2.0" also keine spezielle Soft- oder Hardware, sondern alle Werkzeuge und Technologien, die diesen Trend zum aktiven Nutzer unterstützen: interaktive Systeme, die sich von Anwendern ohne technische Kenntnisse verwalten lassen und die helfen, Informationen dynamisch auszutauschen und zu verteilen. Blogs, CMS, soziale Netzwerke, Foren, Blogs, Wikis, RSS, Video- und Fotogemeinden, usw. Mit ihnen avancierte das World Wide Web vom Schaufenster zur Plattform und zum Ort des Geschehens - zum Web 2.0.

Eine weitere Bedeutung des Begriffs beschreibt die Auswirkungen dieser Entwicklung auf das Design. Gesprochen wird hier von Web 2.0 Design, oder einfach ebenfalls von Web 2.0. Die Veränderungen in der Rolle des Nutzers und seinem Verhalten führten im Design zur einer Hinwendung zu Usabililty und User Centered Design, also zu Gebrauchstauglichkeit und nutzerorientierter Gestaltung. Dabei steht nicht mehr die Verpackung im Vordergrund sondern der Inhalt. Web 2.0 Design ist sachlicher und weniger überladen, Inhalte bekommen mehr Raum, das Design muss dazu beitragen, dass die Webseite leicht verständlich und vor allem nützlich ist.

Der Nutzer soll auf den ersten Blick sehen, was er wo machen kann, welche Möglichkeiten ihm zur Verfügung stehen und wo er die gewünschten Informationen und Funktionen findet - egal ob er etwas kommunizieren oder kaufen möchte, es soll ihm möglichst leicht fallen. Diverse Modetrends die sich aus diesen Prämissen entwickelten, wie die Verwendung bestimmter Farben, Farbverläufe und Schriftsätze, 3D- und Spiegeleffekte, und bestimmte Stilrichtungen von Star Flashes, Icons und 3D-Buttons, die im wechselseitigem Einfluss der sich rasant in Richtung Internet entwickelnden Mobiltelefonie entstanden, runden das Bild von dem ab, was die meisten Menschen unter Web 2.0 Design verstehen.

Auf diesen Seiten geht es um alles was mit Web 2.0 und Web 2.0 Design zu tun hat, also Technische Neuerungen, Interaktivität, Social Media, Buttons, Icons etc., was davon meiner Meinung nach etwas taugt und was nicht, was von alldem vielleicht irgendwann zum Web 3.0 werden wird, und was mich sonst noch interressiert. Viel Spass beim Lesen :)